EC-Karten-Betrug auf dem Vormarsch

23.09.2011 admin Allgemein 1 Kommentar

Tatort EC-Automat: Immer wieder berichten die Medien über Betrugsfälle an Geld-Automaten. Mit immer raffinierten Methoden versuchen Kriminelle, an die Karteninformationen ahnungsloser Bankkunden zu gelangen und die Girokonten ihrer Opfer leer zu räumen. Durch gesteigerte Wachsamkeit und einige Verhaltensregeln können sich Verbraucher beim Geldabheben am EC-Automaten schützen.

Die Maschen der Betrüger

Betrügereien an Geldautomaten erleben in Deutschland einen regelrechten Boom: Knapp 4.000 Fälle von Skimming zählte das Bundeskriminalamt (BKA) im vergangenen Jahr in der Bundesrepublik – fast doppelt so viele wie im Jahr davor. Beim sogenannten Skimming manipulieren Kriminelle EC-Geldautomaten oder den elektronischen Karten-Türöffner am Eingang der Bankfiliale, um an die Kartendaten des Kontoinhabers zu gelangen. Dazu wird auf den Kartenschlitz am Geldautomaten oder am Türöffner ein möglichst unscheinbares Lesegerät angebracht. Mit diesem meist unauffälligen Plastikaufsatz werden die Karteninformationen ausgelesen, wenn der Kunde seine EC-Karte in den Schlitz steckt. Mithilfe der Karteninformationen können die Betrüger anschließend eine Kopie der echten EC-Karte anfertigen, die zum Geldabheben benutzt wird.

Um auf die Konten ihrer Opfer zugreifen zu können, benötigen die EC-Betrüger zusätzlich die zum Konto gehörende PIN-Nummer. Diese lässt sich auf unterschiedliche Weise erbeuten. Häufig installieren die Betrüger in der Nähe des Geldautomaten oder direkt über der Tastatur eine Kamera, die die vierstellige Geheimzahl ausspioniert. Eine weitaus verbreitetere Methode besteht darin, über dem eigentlichen Tastenfeld eine täuschend echte Imitation der Tastatur zu installieren, welche die Tastendrücke des Kunden bei der PIN-Eingabe registriert und aufzeichnet. Anhand dieser Informationen ist es ein Kinderspiel, fremde Konten mit gefälschten EC-Karten zu plündern.

Vorsichtsmaßnahmen schützen vor Betrug


Ist das Geldabheben in der Bank überhaupt noch sicher? Das fragen sich viele Verbraucher zu Recht. Beim bargeldlosen Bezahlen in Supermärkten, Restaurants und Läden besteht keine Gefahr, da in der Regel nur das Personal auf das Kartenlesegerät des Geschäfts Zugriff hat. Hier können Kunden bedenkenlos ihre Karte zücken und am mobilen EC-Terminal bezahlen. Am Bankautomaten ist aber Wachsamkeit geboten.

Prüfen sie vor der Eingabe ihrer PIN, ob Sie beobachtet werden und decken Sie beim Eintippen des vierstelligen Codes mit der anderen Hand oder mit dem Portemonnaie das Eingabefeld stets ab. Fällt Ihnen am Automaten etwas Ungewöhnliches auf, zum Beispiel ein wackeliger Vorbau am Karteneinschub oder eine merkwürdige Beschriftung der Tastatur, sollte auf das Geldabheben lieber verzichtet und ein Mitarbeiter der Bank informiert werden.

Wer mehrere EC-Karten besitzt, sollte für den Türöffner am Eingang stets eine andere Karte benutzen als für den EC-Automaten. Auf gar keinen Fall sollte am Bankeingang die PIN eingegeben werden – kein Kreditinstitut verlangt eine derartige Eingabe.


1 Kommentare
  1. Martin sagt:

    Immer wieder erschreckend, mit welchen Methoden die Betrüger den Leuten ihr Geld aus der Tasche (oder eben aus der Karte, wenn man so will) ziehen können. Aber wie das eben so ist: wirklich sicher ist man nirgends vor Diebstahl, ob es sich um Taschendiebe handelt, die Bargeld klauen, oder eben solche Betrüger, die die EC Karten auslesen.

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