EZB senkt Leitzins erneut

07.05.2009 admin Allgemein 0 Kommentare

Eine weitere Leitzinsrunde wurde heute von der EZB eingeläutet. Wie erwartet wurde der Leitzins für den Euro-Raum um weitere 25 Basispunkte auf nun 1% gesenkt.

Der auch als Hauptrefinanzierungssatz bezeichnete Leitzins befindet sich damit auf dem tiefsten Stand seit Gründung der EZB. Der Spitzenrefinanzierungssatz fiel um überraschend hohe 50 Basispunkte auf 1,75%. Die Senkungsrunde ist bereits die siebte seit Oktober letzten Jahres, wird aber aller Voraussicht nach auch vorerst die letzte gewesen sein. Dass die EZB sich noch weiter dem fast 0%-Zinsniveau der US-amerikanischen Federal Reserve annähert, gilt als sehr unwahrscheinlich. Experten rechnen eher mit anderen, unkonventionelleren finanzpolitischen Maßnahmen zur Ankurbelung der Konjunktur und Ausweitung der Liquidität.

Tagesgeld wieder betroffen

Für Sparer und Anleger bedeutet diese erneute Senkung zunächst die Aussicht auf weitere Anpassungen der Zinsen für Giro-, Tages- und Festgeldkonten auf das niedrigere Niveau. Damit wird diese Anlageform zwar momentan unattraktiv – sollte das jetzige Niveau jedoch tatsächlich das Ende der Zinsspirale nach unten darstellen, gibt es zumindest mittelfristig Hoffnung darauf, dass sich die Zinsen auf einem Niveau einpendeln und nicht immer weiter fallen.
Jetzt ist für potenzielle Sparer aber trotzdem höchste Zeit, zu handeln. Derzeit gibt es noch einige wenige Angebote mit höheren festen Zinsen, die das Ersparte mit ordentlichem Ertrag über die Krise retten könnten. Aber diese Möglichkeiten werden erfahrungsgemäß sehr bald verschwunden sein, da sich letztendlich alle Banken früher oder später den Leitzinsen der EZB anpassen müssen. Wer weiterhin am Tagesgeld festhält, muss sich in den meisten Fällen mit geringen Zinserträgen abfinden, die erst ab nächstem Jahr wieder steigen könnten. Jedoch könnte dann die mit dem Aufschwung einhergehende Inflation die Gewinne negieren – die Aussichten sind also insgesamt eher unsicher. Es bleibt nur zu hoffen, dass die Methoden der EZB die gewünschte Wirkung zeigen, ohne langfristig für noch größeren Schaden zu sorgen.

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